Über das Schloss – Historie

Das Schloss Etelsen und seine bewegte Geschichte.

Nach dem Tod der Brüder von Wisch fiel 1873 das Gut Etelsen an die Brüder Carl Johann Christian (1820–1895) und Gottlieb Ernst August von Heimbruch (1822–1892), beide hohe hannoversche Militärs und Diplomaten. Sie ließen 1885 bis 1887 das Schloss von dem Architekten Karl Hantelmann aus Hannover errichten, angeblich mit einem Kostenaufwand von 800.000 Mark. Die Brüder starben kinderlos, so dass ihr Erbe an die Familie Reventlow fiel.

Graf Christian zu Reventlow bezog das Schloss am 10. Oktober 1896 und bewohnte es mit seiner Familie bis zu seinem Tode 1922. Er wurde als Letzter im 1873 von dem bekannten Architekten Conrad Wilhelm Hase errichteten Mausoleum beigesetzt, in dem vorher schon die Brüder von Wisch und von Heimbruch beigesetzt wurden. Erbe des gesamten Besitzes wurde sein ältester Sohn, Lehnsgraf und königlicher Hofjägermeister Rudolph zu Reventlow (1879–1945). Dieser überlies 1928 seiner Frau den gesamten Besitz in Deutschland für 500.000 Mark, so auch das Gut Etelsen.

Nach wirtschaftlich schweren Jahren für die Güter der Gräfin Else drohte 1934/35 dem Schloss der Abriss. Das Parkgelände sollte parzelliert und mit 68 Häusern bebaut werden. Doch schließlich kaufte 1937 die NSDAP das Objekt für 50.000 RM und richtete eine Führerschule der SA-Gruppe Nordsee ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss zunächst als britisches Lazarett. Im Januar 1946 wurde das Schloss Etelsen dann in zivile Verwaltung übergeben. Die Landesversicherungsanstalt Hannover pachtete es bis 1948 als Krankenanstalt für Lungenkranke und von 1948 bis 1953 wurde es als Krankenhaus genutzt; danach stand es sechs Jahre lang leer.

Auf Betreiben eines Bremer Kaufmanns wurde 1959 auf dem Schlossgelände ein Tierpark eingerichtet. Das Schloss diente als Restaurant, Café und Tagungsstätte. Dabei diente das Mausoleum als Unterkunft für die Löwen doch nach einigen Jahren guten Besuchs ließ die Begeisterung für den Tierpark merklich nach, sodass dieser nicht weitergeführt werden konnte. Kurzzeitig beherbergte das Schloss dann ein Spielkasino, ohne Erfolg und auch ein Konzept, im Schloss ein Kulturzentrum und eine Glasschmelzerei einzurichten scheiterte 1969. Schloss und Parkanlagen verkamen immer mehr.

1970 kaufte der Landkreis Verden das Schloss vom Land Niedersachen, zunächst ohne konkrete Verwendungsabsichten. Das Schloss wurde zunächst gegen weiteren Verfall baulich abgesichert und 1978 unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahre 1979 gründeten Bürger den Förderverein „Förderkreis Schloss Etelsen“ mit dem Ziel, das Schloss in einem guten Zustand und den Park der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu halten. Nachdem diese Ziele für das Gebäude erreicht waren, gründete sich 1981 der „Schlossparkverein Etelsen“ mit dem Ziel der Übernahme, Instandsetzung und Unterhaltung der Parkanlage.

1983 konnte das prächtig renovierte Schloss eingeweiht werden und bietet seither dem Bildungswerk der Niedersächsichen Wirtschaft (BNW) einen gediegenen Rahmen für seine Seminare. Daneben finden im Schloss Ausstellungen und Konzerte statt. Seit 2004 werden im Schloss zudem standesamtliche Eheschließungen durchgeführt.